Das Team




20. Juli 2017 – Vorbereitung des Kick-Off-Workshops

Das Durchsetzen von Veränderungen geht nur in Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern. Bevor ich überhaupt beginne etwas zu verändern, informiere ich die Mitarbeiter. Eigentlich lasse ich Sie die notwendigen Veränderungen erarbeiten. Das wichtigste ist aber einmal einen Grund für die Veränderung zu erkennen. Ich muss den Mitarbeitern die Situation so darstellen, dass sie selbst darauf kommen, dass eine Veränderung notwendig ist, dass wir eine durchgehende Produktionsplanung und die Notwendigkeit einer nachhaltingen Effizienzierung der Fertigungsprozesse brauchen. Ich habe es mir heute so überlegt. Mein Unternehmen hat natürlich Zielvorgaben in einem Arbeitsprogramm zusammengefasst. Eines dieser Ziele ist:

Wir wachsen im Umsatz um 25%. (Das Unternehmen ist tatsächlich in den letzten 4 Jahren im Schnitt mit 20% gewachsen, ein Jahr war sogar über 25%).

Das ist für mich ein gutes Ziel. Darauf baue ich meine Argumentationskette auf. Es ist immer gut, Menschen zu zeigen, was auf sie zukommt. Einerseits, wenn es positiv ist, dann hebt es die Stimmung, wenn es negativ ist, ist es zwar demotivierend, aber man kann sich darauf vorbereiten. In meinem Fall ist es beides, je nachdem von welcher Seite man es betrachtet. Also stelle ich es auch wertfrei dar. Ich mache mir eine Tabelle:

und visualisiere diese in folgendem Diagramm.

Das Diagramm zeigt einfach die lineare Darstellung des Wachstums der nächsten 5 Jahre. Um das zu erreichen müssen wir mehr an Geräten verkaufen. Ich nehme einfach mal an, dass sich die Preise nicht ändern, und ziehe die Geräteanzahl auch linear nach oben. Es ergeben sich für 2022 also 25,6Mill EUR Umsatz bei gleichzeitig knapp 135.000 Geräten die zu produzieren sind. Dazu berechne ich jetzt einmal 2 Werte, die auch die Extremsituationen darstellen sollen:

  • Wenn wir nichts ändern, und wir auch keine Mitarbeiter aufnehmen: Wie viele Produkte muss dann Jeder im Jahr 2022 pro Jahr fertigen?
  • Konträr dazu stelle ich die Frage: Wenn keine Mitarbeiter mehr an Geräten produzieren kann, wie viele Mitarbeiter müssten wir aufnehmen?

Das schöne an diesen Zahlenspielen ist, dass dies schnell begreifbar ist, jeder sofort seine Betroffenheit sieht. Man erhält sofort Aufmerksamkeit. Sowohl das klammern der einen als auch an die andere Variante Bedarf einer massiven Veränderung und das ist jedem klar. Bis Jetzt kamen jedes Jahr 1-2 Mitarbeiter dazu, jetzt sind es zwischen 6 und 10 die wir aufbauen müsstn! Oder anders ausgedrückt, heute prouziert Jeder 2160 Geräte im Jahr 2022 sollen es 5300 sein. Das ist mehr als das doppelte! Die Wahrheit liegt mit Sicherheit irgendwo in der Mitte und genau diese müssen wir finden, und den Weg zu dieser Mitte möchte ich mit den Mitarbeitern erarbeiten. Abschließend stelle ich das ganze noch grafisch in Form der Produktivitätssteigerung dar.

Das Bild zeigt die Zukunft und wie viel an „Arbeit“ auf die einzelnen Mitarbeiter zukommt. Ich plane den Ausblick den Mitarbeitern vor –  und  zur Diskussion zu stellen. Das ist neu in diesem Unternehmen. Noch nie hat sich der „Working Level“ mit Wachstumszahlen beschäftigt. Für sie war immer nur interessant was fertig produziert und geliefert wurde. Trotzdem bin ich felsenfest der Meinung, dass alle die Zahlen begreifen werden und auch konstruktive Beiträge einbringen können, um die Produktionsaufgaben zu organisieren und zu planen – um die Zukunft der Abteilung und des Unternehmens positiv zu gestalten. Nein mehr noch: Ich glaube, dass es gar nicht anders geht. Jeder hat soviel an Wissen in seinen Aufgabenbereichen, welches wir brauchen, um überhaupt eine notwendige Veränderung zum positiven zu erreichen. Nur Miteinander schaffen wir es.


Autor

Manfred Brunner – Ingenieur, Digitalisierer, Projektmanager, Querdenker, Technischer Redakteur, Sachverständiger, Heimwerker, Musiker, Familienvater, Mühlviertler – manfred.brunner@electronic-consulting.at


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