IoT – die Big Player – Wer hat die Zügel in der Hand?





Das Internet der Dinge (IdD) (auch: „Allesnetz“ englisch Internet of Things, Kurzform: IoT) bezeichnet die Vision einer globalen Infrastruktur der Informationsgesellschaften, die es ermöglicht, physische und virtuelle Gegenstände miteinander zu vernetzen und sie durch Informations- und Kommunikationstechniken zusammenarbeiten zu lassen. Statt – wie derzeit – selbst Gegenstand der menschlichen Aufmerksamkeit zu sein, soll das „Internet der Dinge“ den Menschen bei seinen Tätigkeiten unmerklich unterstützen. Die immer kleineren eingebetteten Computer sollen Menschen unterstützen, ohne abzulenken oder überhaupt aufzufallen. So werden z. B. miniaturisierte Computer, sogenannte Wearables, mit unterschiedlichen Sensoren direkt in Kleidungsstücke eingearbeitet.    Quelle: www.wikipedia.de


Das Internet der Dinge gwinnt immer mehr an Bedeutung. Langsam, sicher und unaufhaltsam durchdringt es unser Geschäftsmodelle unsere Art zu kommunizieren und unsere Lebenspraktiken. Ein Milliarden-, nein ein Billionenmarkt entsteht! Getrieben wird es dabei von Plattformen, die für Jedermann. (d.h. für Jedes Gerät) zugänglich sind und die verschiedenste Funktionen, Applikationen aber auch Infrastruktur zur Verfügung stellen. Über diese Plattformen werden unsere Altagsgeräte vom Smartphone, bis zum Heizungsthermostat, vom Auto bis zur Einkaufsliste über standardisierte Kommunkationswege und Protokolle vernetzt. Infrastruktur und Ressourcen (Speicher) stehen jedem zur Verfügung, ohne dass er einen PC oder ein Festplatte kauft. Überall dort, wo eine Datenverbindung hergestellt werden kann (WLAN, Mobilfunk,..), hat man Zugriff auf seine Daten und seine Geräte und kann sie steuern, schalten, löschen usw. Diese Plattformen sind das Zentrum und sie werden die Geschäftsmodelle der Zukunft bestimmen und prägen und bestehende dusruptieren. Doch wer sind derzeit die großen Player in diesem Markt der IoT-Plattformen?

Amazon Web Services – AWS

ist der derzeit größte Anbieter im Bereich der IoT-Plattformen. Der Letzte Geschäftsbericht des Unternehmens führte dazu, dass der Börsenkurs an einem Tag um 13% stieg! Und das bei einer Marktkapitalisierung von jenseits der 500Mrd. USD. Getrieben war diese Kursexplosion nicht von den Verkäufen über den bekannten Versandhandel, sondern durch das Wachstum und den Ausblick im Bereich Webservices und IoT. Amazon bietet dabei nicht nur eine Unmenge an Funktionen im Infrastrukturbereich (Speicher, Datenbankfunktionen, Rechenleistung, Data Lakes usw.) an, sondern auch eine Vielzahl von Funktionen: Beispielsweise zur Datenanalyse (Business Analytics) bis hin zu Datenverarbeitungsfunktionen (z.B. Authentifizierung, Geräteverwaltung,..). Amazon versucht dabei auch die gesamte Infrastruktur abzubilden und liefert mittlerweile auch ein Betriebssystem für IoT-Geräte (Amazon FreeRTOS). Für Entwickler wird es damit immer einfacher neue Produkte / Geräte zu entwicklen und auf den Markt zu bringen.

Microsoft Azure IoT

Microsoft schien sich im Bereich IoT lange zurückzuhalten. Das ist aber ein Trugschluss, wahrscheinlich nur ein Wahrnehmungsproblem. Mittlerweile hat man Google überholt und liegt auf Platz 2. Auch hier zeigten die letzten Quartalszahlen die positive Entwicklung und einen Kurssprung von mehr als 5% an einem Tag. Microsoft hat mit dem skalierbaren Betriebssystem Windows 10 einen riesigen Vorteil. Damit kann es Anwendungen auf vielerlei Plattformen von Serversystemen bis zum IoT-Gerät mit der gemeinsamen Betriebssystembasis betreiben. Zusätzlich hat man mit dem Entwickler-Tool Visual Studio einen weithin bekanntes Werkzeug für die Softwareentwicklung. Zusammen mit der mittlerweile mächtigen IoT-Plattform „Azure IoT“, welche an Funktionen und Infrastrukturmöglichkeiten Amazon in nichts mehr nachsteht, gibt das ein Gesamtangebot, welches schwer zu überbieten ist. Microsoft führt dies auch konsequent in alle Bereich ein. Die neue Business Intelligence Lösungen Power BI durchdringt auch immer mehr alle Microsoft-Produkte und wird im IoT Bereich genauso einsatzfähig sein, wie zusammen mit den MS Office-Produkten Word und Excel. Damit wachsen Anwendungen zusammen, die grundsätzlich für völlig verschiedene Applikationen entwickelt wurden und sie sind weltweit bekannt!



Google Cloud IoT

Kämpft im Markt auch nicht unerfolgreich mit. Zwar hat man in den vergangenen 1-2 Jahren etwas an Zugkraft verloren, trotzdem sind die IoT-Services von Google ständig am Wachsen. Google hat eine großen Namen rund um Funktionen zu Big Data und ist weniger im Bereich der Geräteverwaltung bekannt, obwohl sie mit Android ein etabliertes Beriebssystem haben und genau dort mit Apple die absoluten Marktführer im Bereich der Smart Devices sind. Der Schritt zu den IoT-Sensoren ist noch nicht so gelungen. Vielleicht liegt es auch am relativ unbekannten Betriebssystem für Smart IoT-Devices „Brillo“. Ende 2016 wurde es in „Android Things“ umbenannt und stellt damit einen Bezug zu der bekannten Android-Plattform her. Google hat auf seiner IoT-Plattform auch eine Menge an Funktionen und wird diese weiter ausbauen. Und Google ist mächtig, die werden wieder aufholen…

Diese drei großen Anbieter sind im Prinzip im Martkvolumen und den technischen Möglichkeiten gleich zu sehen. Es ist oft reine Geschmackssache, für wen man sich entscheidet. Abzusehen ist noch nicht wer in 5 Jahren die Marktführerschaft haben wird, weil das gesamte Business in einer gewaltignen Wachstumswelle treibt und damit sehr volatil ist. Vielleicht machen das Rennen ja auch ganz andere, die heute noch kleiner scheinen, es aber vielleicht gar nicht sind und sich auch im Markt jeden Tag beweisen. Zu nennen seien hier: IBM (Watson), Nvidia, SAP(Hana), NetApp, Microtronics


Autor

Manfred Brunner – Ingenieur, Digitalisierer, Projektmanager, Querdenker, Technischer Redakteur, Sachverständiger, Heimwerker, Musiker, Familienvater, Mühlviertler – manfred.brunner@electronic-consulting.at


Teile den Beitrag:



Bildquellen: www.pixabay.com



Schreibe einen Kommentar