Was ist das Ziel Ihres Unternehmens? – die Gefahr falscher Zieldefinitionen

Jedes Unternehmen hat Ziele. Abgeleitet werden sie von der Unternehmensstrategie und dann niedergeschrieben, intern veröffentlicht und allen Mitarbeiter „eingetrichtert“. Oft aber sind sie auch einfach nur niedergeschreiben, um irgend einem Qualitätssicherungssystem genüge zu tun. Da stehen sie dann – die Ziele – auf geduldigem Papier – und sind nicht einmal dieses Wert. Sie lesen sich schön, ganz besonders, wenn man sie bei Präsentation den Kunden / Partnern mit stolz vorträgt:

  • Unser Marktanteil beträgt 34%
  • Wir wachsen im Umsatz um 20% pro Jahr
  • Wir werden unsere Produktionskosten um 5% minimieren
  • usw.

Die Unternehmensziele gelten für das Gesamtunternehmen.  Was aber bedeuten sie für den einzelnen Unternehmensbereich, für die Abteilung, für jeden einzelnen Mitarbeiter. Muss er sich die Ziele jetzt über sein Bett hängen und immer darüber nachdenken, wie er sie erreicht? Was sagt einem Mitarbeiter in der Produktionsabteilung ein Marktanteil? Wie kann er den diesen beeinflussen? Reicht es, wenn er nur einfach seine Arbeit macht, die im jeden Morgen von Montag bis Freitag aufgetragen wird? Sind die oben gelisteten Ziele überhaupt wirklich das Ziel? Oder steckt da gar ganz etwas anderes dahinter? Sind die Ziele nicht einfach nur Schaumschlägerei der Manager, die sich diese einfallen haben lassen um ihre Arbeit, ihre Entscheidungen als Erfolg darstellen zu können?

Ehrlich gesagt hängen mir die obigen Zieldefinitionen ein wenig zum Halse raus. Sie sind meist zu abstrakt, lassen die notwendigen Detaillierungen vermissen und spiegeln nicht das Ziel eines Unternehmens, sondern oft nur einen Zeitgeist, welchem man nachstrebt, um der Wirtschaftsgesellschaft genüge zu tun. Man will eben modern wirken! Und da reicht es nicht ein Ziel zu haben, sondern man muss zeigen, dass man der Zukunft in allen Bereichen etwas entreißen kann.

Was wenn ich jetzt behaupte, dass jedes Unternehmen nur ein Ziel hat? Und dieses Ziele heißt: GELD VERDIENEN!

Alle anderen Defintionen, welche man in Strategiepapieren, Unternehmensprogrammen usw. machen sind nichts anderes als die Definition von Rahmenbedingungen, von Absichten und Handlungen,-  um dieses einzige Ziel zu erreichen!  Mehr aber nicht. Selten findet man aber das eigentliche Ziel „GELD VERDIENEN“ in den Zielvorgaben der Unternehmen an die Mitarbeiter. Dabei ist es ungeheuer wichtig, denn

  • Sie können mit 50% pro Jahr wachsen,
  • einen Marktanteil von 100% haben

wenn sie dabei kein Geld verdienen sind sie über kurz oder lang betriebswirtschaftlich tot. Deshalb braucht jede Entscheidung als Basis das oberste Ziel: Wir wollen GELD VERDIENEN!

      

Nehmen wir mal als Beispiel das obige für sich allein stehende Ziel „Wir wachsen im Umsatz mit 20% jährlich„.

Was sind oft die Massnahmen dazu? Ich muss mein Marketing- und Werbebudget erhöhen (das ist ja auch der einfachste Weg!). Das schlägt auch tatsächlich an und man wächst um 15% ( das sind ja eh beinahe 20%, oder?) und für das nächste Jahr? Wieder 20% Wachstum heißt wieder 20% mehr an Marketing-Budget usw. Der Gewinn steigt nicht, zumindest nicht annäherend in dem Maße, wie es eigentlich notwendig wäre, um für Zukunfstinvestitionen genug zu haben, weil die Marketingkosten die Gewinnspannen fressen. Verbindet man dieses eine Wachstums-Ziel aber mit einer Vorgabe zur Gewinnsteigerung, haben die verantwortlichen Manager erheblich mehr nachzudenken, um die Ziele zu erreichen. Mann muss die Kunden genauer analysieren, deren Bedürfnissse und Engpässe kennen, eventuell mehr an Services anbieten, oder sogar über die Adaptierung seiner Geschäftsmodelle nachdenken… Man muss ein eindeutiges Nutzversprechen definieren und 5% nachhaltig Geld verdienen. Man muss innvovativ werden!  Willkommen im Zeitalter der Digitalisierung!




oder sehen wir das Ziel “ Wir reduzieren unsere Produktionskosten um 5%“ an

Was heißt das eigentlich? Viele gehen dann her und starten Kostenminimierungsprogramme in der Form: Streichen von Schulungen, Streichung von Boni, Sonderleistungen bis hin zum Freisetzen von Mitarbeitern, lokale Effizienzsteigerungen ohne Blick auf das gesamte Unternehmen usw. (Es ist ja der einfachste Weg!). Ihr Ziel erreichen sie! 5% geringere Kosten der Produktionsabteilung – die Frage ist nur, was dabei mit der Liefertreue, der Qualität der Produkte und dem Durchsatz passiert ist. Kostenminimierung kann aber auch heißen, dass ich dies auf das einzelne Produkt betrachte. So könnte man eine 5% Kostenminimierung pro Produkt erreichen, indem ich den oben dargestellten „Kostenminimierungswahnsinn“ nicht mache und stattdessen den Durchsatz durch die Produktion bei gleichbleibenden Kosten erhöhe! Dazu steigt jetzt natürlich auch der Gewinn. Die Manager müssen dafür aber nachdenken und innovative Lösungen für eine verbesserte Produktivität entwickeln usw. Sie werden dazu innovative und hoch motivierte Mitarbeiter brauchen. Die Denkweise ist vollständig konträr, aber sie wird zur anderen nachhaltiger sein!

Manager von heute müssen umdenken! Sie müssen mehr denn je ihren Blick auf das „GELD VERDIENEN“ richten. Und „GELD VERDIENEN“ heißt nicht die eindimensionale, oft als Alibi-Aktion gemachte  Zielvorgaben für Fachbereiche zu erstellen, sondern es muss eine Kultur der ganzheitlichen Betrachtung des Unternehmens vom Kunden über den Markt, Vertrieb bis zur innere Organisation und den Produkten und Dienstleistungen geschaffen werden! Es ist nicht einfach, aber nur dann kann ein Unternehmen gesund und nachhaltig rentabel betrieben werden und langfristig überleben.

Das ist der Auftrag der Digitalisierung und er ist nicht neu, sondern eigentlich der Gleiche wie vor 100 Jahren!


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