7 kapitale Fehler beim Umgang mit Elektronik

 Banner_MBeconsulting_750_90


Heute werden viele Produkte mit Elektronik ausgestattet. Sie unterstützen den Benutzer des Produktes, um es einfacher verwenden zu können oder liefern zusätzliche Funktionen, die dem Kunden Mehrwert bieten.In der Produktion, Reparatur und Wartung dieser Produkte müssen dann aber elektronische Produkte  transportiert und gelagert, aber vor allem von Hand ausgebaut, eingebaut usw. werden. Elektronik ist aber anders. Sie ist ein Stück anfälliger als beispielsweise Metallkomponenten und zusätzliche Umwelteinflüsse (elektrostatic, chemische Belastungen, usw)  können die Elektronik beschädigen oder gar zerstören. Zusätzliche Gefahrenquellen tun sich auf und trägt man diesen nicht Rechnung, so wird man den Preis dafür zahlen. Die wichtigsten 7 Fehler bei der Handhabung von Elektronik sind:

1. Ignoranz gegenüber den Produkteigenschaften

Elektronische Systeme hochkomplex und deshalb auch entsprechend anfällig gegenüber jeglicher Art von Umwelteinflüssen. Einflüsse wie Temperatur, Feuchtigkeit, mechanische Belastungen liegen klar auf der Hand und sind für jedermann verständlich. Spricht man dann aber von Einflüssen durch elektrostatische Entladungen und elektromagnetische Felder, so wird dies für „Elektroniklaien“ schwer begreifbar. Letztlich ist aber der größte Einfluss hinsichtlich der Zuverlässigkeit von elektronischen Systemen durch den Faktor Mensch bestimmt. Seine Art mit elektronischen Produkten in jeder Phase des Produktlebenszyklus umzugehen, bestimmt deren Zuverlässigkeit.Ignoriert man diese Produkteigenschaften und behandelt man Elektronik nicht seinen Eigenschaften entsprechend, wird man nie die gewünschte Zuverlässigkeit erreichen können.

2 fehlende Schulung der Mitarbeiter

Mitarbeiter müssen über die Handhabung und den Umgang mit Elektronik geschult werden. Sie müssen wissen, wann, wo und wie sie Elektronik angreifen, transportieren und lagern dürfen. Dabei reicht üblicherweise nicht eine einzige Schulung. Es muss ein dauernder Prozess sein, der insbesondere von den Vorgesetzten getragen werden muss. Geschäftsführer, Abteilungsleiter, Gruppenleiter müssen einerseits dies vorleben und andererseits auf Verstöße umgehend und konsequent hinweisen. Eine Leitlinie zum Umgang mit Elektronik ist die Norm IPC 610 E. Dort finden Sie viele Details zur Handhabung.

 

3 ineffiziente  Lagerhaltung

Bei der Lagerung wirken Umwelteinflüsse auf Elektronik-Produkte. Sie müssen in Ihrem Lager ein Umfeld etablieren, damit es für die Lagerung von Elektronik geeignet ist.

  • ESD-Schutz: elektronische Systeme bleiben in ESD-geschützter Verpackung, oder sollten die Teile unverpackt gelagert werden, ist ein ESD-Schutz der Lagerflächen zu installieren.
  • trockene Umgebung bei möglichst stabiler Raumtemperatur 20°C (max.± 5°C)
  • Platz genug für jedes Teil und kein ungeschütztes stapeln von Produkten. Zwängen Sie nicht viele Teile in eine „Lade“. Es kann dann leicht zu mechanischen Beschädigungen kommen.
  • Lagerdauer: nicht jedes elektronische Produkt ist zeitlich unbegrenzt lagerfähig. Achten Sie auf die Herstellerangaben.

4 kein ESD-Schutz

Hantieren, transportieren, verbauen, lagern Sie elektronische Komponenten, so machen Sie dies nur in ESD- geschützten Umgebungen. ESD = (elektrostatic discharge) = elektrostatische Entladung. Sie kennen dieses Phänomen, wenn Sie beispielsweise aus ihrem Auto aussteigen und ein Metallfläche berühren. Da kann es passieren, dass ein “Funken” überspringt, der manchmal sogar als unangenehm empfunden wird. Das ist eine elektrostatische Entladung. Solche Entladungen im Umfeld oder gar direkt auf eine elektronische Leiterplatte können diese beschädigen oder gar zerstören. Regelmäßig ist die Beschädigung gar nicht sofort erkennbar, sondern tritt erst nach einer entsprechenden Feldbetriebszeit auf. Es gibt Studien, die zeigen, dass bis zu 20% aller Defekte von Elektronik im Feld auf ESD- Schäden zurückzuführen sind. Ein Betriebs-Umfeld, welches Elektronik vor elektrostatischen Entladungen bei der Produktion, beim Einbau und Montage, bei der Reparatur, bei der Lagerung und Transport schützt ist unverzichtbar.

 

5 Sauberkeit der Arbeitsflächen

Die Handhabung von elektronischen Komponenten ( Leiterplatten) darf ausschließlich in sauberen Umgebungen erfolgen. In der Nähe sollte weder geraucht, noch Speisen und Getränke konsumiert werden. Chemikalien wie Reinigungsmittel usw. haben grundsätzlich im Produktionsumfeld nichts verloren. Muss eine Elektronik im Feld getauscht werden und die Umgebung ist dort verschmutzt, so stellen sie vorher einen sauberen Zustand her, bzw. sorgen Sie dafür, dass die Elektronik beim Einbau nicht verschmutzt wird. Auch für die Reinigung von elektronischen Komponenten dürfen nur die vom Hersteller freigegebenen Reingungsmittel bzw. die von ihm spezifizierten Prozesse eingesetzt werden.

6 fehlende Produktverfolgung

Elektronische Produkte werden nach der erstmaligen Lieferung ins Feld und auch später immer weiter verbessert. Dies hat zur Folge, dass sich  unter gleichem Namen, Bezeichnung und Type verkaufte Produkte  über die Zeit hinweg ändern. Um hier vernünftig Ihre Kunden weiter servicieren zu können muss jedes elektronische mit

  • einer Versionsnummer der Hardware
  • einer Versionsnummer der Software
  • einer eindeutigen Seriennummer

gekennzeichnet sein.

Anhand der Seriennummer können Sie dann feststellen in welchem Zustand das Produkt ausgeliefert wurde. In letzter Konsequenz wäre es noch hilfreich, wenn sie auch wissen, welches Produkt mit welcher Seriennummer an welchen Kunden geliefert wurde. Dies erleichtert insbesonder bei Feldrückholaktionen, die man leider nie ausschließen kann, die Festlegung der Mengen zur Rückholung und macht den Markt nicht generell rebellisch.

7 nicht beachten von Entsorgungshinweisen

Elektronikschrott ist Sondermüll und ist gesondert entsprechend der Gesetze und Richtlinien zu entsorgen! Es gibt keinen anderen Weg. Alles andere ist gesetzwidrig, aber vor allem gegenüber unseren Kindern unverantortlich.