Die schlimmsten Schimpfwörter im Geschäftsleben

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Es gibt im Geschäftsleben Wörter die man nie gebrauchen sollte, und die heißen nicht „Arsch“, „Scheiße“ oder „Idiot“ sondern:

müssen, kann nicht, einfach, nur, schnell

Schimpfwörter bei der Arbeit!

Wie oft haben Sie einen oder alle diese Worte schon gehört? Sehr oft wahrscheinlich und meist empfinden Sie diese nicht als Schimpfwörter.

Seit 20 Jahren höre ich die Worte im technischen Projektgeschäft immer wieder und Sie machen mir mittlerweile  Angst.  Sie stehen einfach einer gesunden und zielorientierten Kommunikation von Beginn an im Weg. Meisst führen diese Worte zu Feindseligkeiten und Frustration und strecken die Umsetzungszeit von Projekten. Sie sind der Meilenstein im Projekt, der das Erreichen der Projektziele verhindert!

Zum Beispiel bei Entwicklung eines neuen Produktes. Nach der Verabschiedung der Lasten- und Pflichtenhefte und mitten in der Phase der Produktrealisierung hat plötzlich ein Mitarbeiter, ein Kunde, ein Geschäftsführer (die sind am Schlimmsten!) eine Idee für eine neue oder zusätzliche Funktion. Man findet diese gut. Die Funktion muss unbedingt mit dem ersten Release implementiert sein. Und schon wird drauf los „geschimpft“

5 Sätze zeigen den Weg in die Katastrophe

Wir müssen diese Funktion unbedingt einbauen. Wir können nicht ohne sie auf den Markt gehen. Jeder will diese Funktion. Das ist doch nur eine Kleinigkeit, die kann man doch einfach einfügen. Das geht doch ganz schnell!




Wann schimpft wer?

Wie oft haben Sie einen oder alle diese Sätze schon gehört? Und von wem hören Sie die? Meistens von denjenigen, die von den Rahmenbedingungen keine Ahnung haben! Und wenn Sie sie gehört haben und auch danach gehandelt haben. Wie oft ist genau diese Entscheidung die falsche gewesen und es gab nachfolgend nur Probleme? Nennen wir es beim Namen: das Risiko des Scheiterns steigt bei der Implementierung von zusätzlichen Anforderungen während der Produktrealisierungsphase um das zig-fache. Wobei Scheitern in diesem Zusammenhang bedeutet:

  • Die technischen und qualitativen Anforderungen werden nicht erreicht
  • Der Zeitplan läuft aus dem Ruder
  • Die Kostenvorgaben werden nicht eingehalten
  • weitere parallel laufende Projekte werden gefährdet
  • Mitarbeiter werden frustriert

Warum sind es Schimpfwörter Und warum führt diese Vorgehensweise zum Scheitern:

  • definierte und erfolgreiche Prozesse werden nicht mehr eingehalten
  • die Qualitätsvorgaben werden untergraben.
  • der Aufwand in der Kürze der Betrachtung der Aufgabe wird  unterschätzt
  • Zusammenhänge und Abhängigkeiten mit weiteren Produktbestandteilen werden nicht mit berücksichtigt (eine neue Funktion muss auch in der Anleitung beschrieben werden, neue Funktionen müssen getestet werden, damit erhöht sich der Testaufwand usw.)

Was tun?

Nun die beste Möglichkeit ist es die im Lastenheft definierte Aufgabe abzuschließen und in einem neuen Produktrelease die zusätzliche Funktion umzusetzen. Entscheidet man sich dafür die Funktion mit dem ersten Release zu bringen, dann empfiehlt sich ein Projektstopp und eine völlige Neubewertung des Projektes. Auch der Zeitplan und die Kosten müssen unbedingt neu überdacht werden.

Das Wichtigste ist aber, dass Sie die Schimpfwörter selbst als Projektmanager aus ihrem Wortschatz streichen und bei Auftauchen einer Diskussion parieren und auf die Risiken hinweisen.

 

Quelle:

Business intelligent und einfach

David Heinemeier Hanson und Jason Fried

ISBN 978-3-570-50125-2





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