Digitalisierung in Klein- und Mittelbetrieben





Ich habe einen neuen Projektauftrag: “Digitalisierung in einem mittelständischen Unternehmen”.  Mein Kunde mit ca, 80 Mitarbeitern will wissen wie  zukunftsfühig er ist und wie er sich den Begriffen  “Digitalisierung”, “Industrie 4.0” widmen soll. Was muss er tun? Während man in der Großindustrie dem Thema immer mehr Aufmerksamkeit widmet und dort und da auch glaubt Lösungswege bzw. eine Strategie gefunden zu haben, tun sich kleine und mittelständische Unternehmen unendlich schwer. Sie wissen zum Teil überhaupt nicht was es für Sie bedeutet und auch nicht, wo sie beginnen sollen. Nun ich habe bei diesem Unternehmen mal ganz vorne begonnen und mal eine grobe Bestandsaufnahme gemacht. Wir haben uns zusammen eine einfache Frage gestellt:

Was hat den das Unternehmen schon in Richtung Digitalisierung/ Industrie 4.0 gemacht?

Meine Gesprächspartner waren dann etwas überrascht. Sie waren nicht davon ausgegangen, dass man ja schon mitten in dem Prozess drinnen steckt. Denken wir zurück, als in den 90er Jahren viele Unternehmen das Qualitätssicherungssystem ISO9001 eingeführt haben. Viele erwartetenden großen Umbruch. Kein Stein wird auf dem anderen bleiben. In der Realität merkte man, dass man meist nur kleine und mittleren Korrekturen anbringen musste und man war normkonform. Vieles war vorhanden, musste es ja auch, sonst hätte man schon damals nichts mehr verkauft.

So ist es auch mit der Digitalisierung. Die meisten Unternehmen arbeiten schon unbewusst daran. Digitalisierung ist ein Gesellschaftsthema. Digitalisierung ist der Druck und Zwang, den die Gesellschaft, also die Kunden, auf die Unternehmen ausüben etwas zu tun, etwas zu ändern. Es ist keine Erfindung der Industrie, sondern die der Kunden! Die Kunden fordern von den Unternehmen, dass sie sich Ihren Bedürfnissen anpassen. Daraus resultieren dann echte Werkzeuge der Digitalisierung:

  • Webshops
  • Produktkonfiguratoren
  • Online-Support
  • Online-Schulungen
  • uvm.

Diese neuen Services für die Kunden drängen die unternehmensinternen Kommunikation bzw. Datenströme auch zur Digitalisierung. Digitalisierung bzw. Industrie 4.0 beginnt als nicht damit, dass man den ersten 3D-Drucker oder Roboter in der Fertigung verankert. Nein es hat mit der breiten Nutzung des Internets in Unternehmen begonnen. War es am Anfang die Kommunikation zum Kunden mit Homepage, Email erfolgt nun das interne Update, welches lange liegen gelassen wurde, jetzt aber von aller Seite erwartet wird. Was jetzt folgt ist die Digitalisierung der Arbeitsweise, der Kultur des Unternehmens. Und da diese sich von Unternehmen zu Unternehmen unterscheidet, wird es kein Generalrezept geben. Jedes Unternehmen muss seinen gangbaren Weg finden.

So sieht die Karte nun fertig betrachtet aus:

Die grünen Häckchen zeigen, dass diese Werkzeuge schon vorhanden sind. An den digitalen Werkzeugen mit dem Schraubenschlüsseln wird gearbeitet und über die Werkzeuge mit dem roten Kreuz wurde noch nicht oder wenig nachgedacht.

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