DIN EN 82079 – Die neue Norm zur Erstellung von Technischen Dokumenten

Banner_MBeconsulting_750_90Technische Dokumente, wie Gebrauchsanleitungen, Montageanleitungen usw., sind ein wesentlicher Produktbestandteil und sind genau aus diesem Grund ein nicht zu vernachlässigendes Qualitätsmerkmal eines Produktes. Eine ordentlich strukturierte Anleitung hebt,  wenn auch nur subjektiv, die Einstellung eines Kunden zu Ihrem Produkt. Hat er eine qualitativ hochwertige Anleitung in der Hand, so denkt der Kunde, dass er auch ein Produkt hoher Qualität gekauft hat. Genau so ist es umgekehrt, ist die Anleitung unübersichtlich und unklar, ist sein Gefühl dem Produkt gegenüber skeptischer. Doch wie erstellt man ein gute und benutzerfreundliche Anleitungen, die einem schnell die erwünschten Informationen finden und die Bedienungsschritte eines Gerätes unkompliziert erfassen lässt?

Seit vorigem Jahr gibt es die neue Norm IEC 82079-1:2012, welche seit Mai heurigen Jahres als DIN EN 82079-1 (oder VDE0039-1) auch in deutscher Sprache verfügbar ist. Die Norm löst die DIN 62079 ab.

Die DIN EN 82079-1  Erstellen von Gebrauchsanleitungen – Gliederung, Inhalt, Darstellung – Teil 1: allgemeine Grundsätze und ausführliche Anforderungen

gibt klare Hinweise zum Aufbau von technischen Anleitungen und betrachtet dabei folgende Themen:

  • Prinzipien der technischen Dokumentation (Bereitstellung von Gebrauchsanleitungen, Qualität der Kommunikation, Minimierung von Risiken, spezielle Vorsorgemaßnahmen, Ablauf der Erstellung, Umgang mit Sprachen, Zielgruppen, Verfügbarkeit der Anleitungen,…)
  • Inhalt von Gebrauchsanleitungen (bestimmungsgemäßer Gebrauch, Einsatzgebiet, Sicherheit in Betrieb und Lagerung, Änderungen, Lagerung und Transport, Installation, Inbetriebnahme, Betrieb, Bedienung, Fehleranzeigen, Warneinrichtungen, Instandhaltung, Demontage, Recycling, Entsorgung,…)
  • Gestaltung von Gebrauchsanleitungen (Seitennummerierung, Inhaltsverzeichnis, Stichwortverzeichnis, Schreibstil, Struktur,  Verständlichkeit, Terminologie, Schriftgrößen, graphische Darstellungen, Handlungsanweisungen, Tabellen, ergonomische Prinzipien, …)
  • Konformitätsbewertung der Anleitungen zur Norm (Checkliste (n), Dokumentation der Konformitätsbewertung, Methoden zur Konformitätsbewertung, …)

Die Inhalte von Anleitungen werden teilweise auch durch Richtlinien (z.B. Maschinenrichtlinie) vorgegeben. Für den Aufbau und die Struktur von Anleitungen gibt es keine gesetzlichen Vorschriften. Sich aber an allgemein gültige Regeln, wie es Normen eben sind, zu halten oder sich zumindest daran anzulehnen schadet aber nicht. Insbesondere auch deshalb, weil es einerseits nichts kostet, andererseits es viele Unternehmen tun , die damit einen gewissen Gewöhnungseffekt bei Kunden erzeugen. Weichen dann Anleitungen in Aussehen und Struktur komplett von der Norm ab, macht das dem Kunden grundsätzlich schon Schwierigkeiten sich zurechtzufinden, auch wenn diese abweichende Anleitung alles Notwendige beinhalten würde.

Gute strukturierte Anleitungen in einfach erfassbarer Sprache sind auch einfacher in andere Sprachen zu übersetzen. Dies schlägt sich direkt in den Übersetzungskosten nieder.

Gute Anleitungen minimieren auch den Supportaufwand. Es ist doch erkennbar, dass sich bei einer gut strukturierten Anleitung die Anfragen minimieren, wenn gleich auch gesagt werden muss, dass es bei komplexeren Produkten praktisch unmöglich ist, diesen Aufwand gegen null zu treiben.

Die Anlehnung an Normen ist auch ein risikominimierendes Element. Inbesondere bei Produkthaftungsfragen ist ein nachweislich eingehaltener Bezug zu einer Norm immer hilfreich.

Letztlich heben aber gut strukturierte  Anleitungen die Qualität ihres Produktes. Und das ist wohl das Wesentlichste. Produkte guter Qualität sind einfach erfolgreicher! 

Die DIN EN 82079-1 können sie hier erwerben.