Die “Kambrische Explosion” der Digitalisierung

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Die Digitalisierung beschleunigt derzeit in einem Tempo, dass einem schwindelig wird. Es ist noch nicht lange her, da habe ich die die Prophezeiungen des Wachstums noch als vollkommen übertrieben abgetan. Aber das was derzeit rund und Blockchain, Artificial Intelligence, Cloud-Computing, Smart Services bis hin zum Metaverse passiert, gleicht einer nie dagewesenen Explosion der technische Möglichkeiten oder nennen wir es in Analogie zur Explosion des Lebens im Erdzeitalter des Kambrium eine

eine “Kambrische Explosion”

Distributed Ledger

Die Entwicklung der Distributed Ledger Technologie (DLT) – besser bekannt als Blockchain – hat in den letzten Jahren zunehmend an Fahrt aufgenommen. Schlagzeilen machten vor allem die großen dezentralen Netzwerke, wie Bitcoin und Ethereum und ihr Wertgewinn der mit der Technologie verbundenen Coins. Was man aber wenig bis gar nicht beachtet hat, ist, dass nebenbei eine Vielzahl an Anwendungen der Technologie erdacht wurden. So gibt es mittlerweile hunderte, in Entwicklung befindliche Blockchain-Anwendungen, von denen viele kurz vor der Marktreife stehen. Beispielsweise ist IOTA ein Projekt, dass sich dem Internet of Things verschrieben hat. Große Unternehmen wie Bosch, Dell, Jaguar sind dabei die IOTA- Technologie als dezentrale Infrastruktur zu nutzen, auch weil die Technologie geringe Kosten fordert, einfach zu implementieren ist und auch geringen Energieverbrauch verspricht.

Regierungen versuchen mit der Distributed Ledger-Technologie das Problem der digitalen Identität zu lösen. So sollen Blockchain – Anwendungen es ermöglichen Reispässe, Führerscheine oder auch medizinische Pässe (grüner Pass) mit dieser Technologie völlig fälschungssicher abgebildet werden können. Das geht bis zur Ausstellung von Zeugnissen und Diplomen, wie es beispielsweise Äthiopien auf der Cardano-Chain in Umsetzung hat.

Und Vechain hat sich den Lieferketten verschrieben. Produkte werden über diese Blockchain verfolgt und deren Status ist jederzeit feststellbar. So können Produktfälschungen sicher erkannt werden oder festgestellt werden, ob die Kühlkette verderblicher Produkte unterbrochen wurde. Scheint das vielleicht im erster Betrachtung übertrieben, sollten sie einmal das deutsche Lieferkettengesetz ansehen. Wohl nur mit der DLT wird die dort geforderten Anforderungen technisch umsetzbar machen.

All diese Projekte starten demnächst. in den nächsten 2-5 Jahren werden wir Anwendungen sehen, die unsere Art zu arbeiten, zu lernen , zu organisieren und mit Daten umzugehen völlig verändern. Es steht eine wahre Explosion bevor. Eine Unmenge an StartUps drängt mit hunderten Anwendungen in unterschiedlichsten Branchen auf den Markt. Es ist nicht eine Branche betroffen, sondern in Wahrheit unser gesamtes Wirtschaftssystem. In nie dagewesener Weise, wird mittelfristig eine neue Welt entstehen, eine neue Kultur in den Unternehmen, Organisationen, Vereinen bis hin zu den Familien.

Artificial Intelligence

Das zweite große Ding. Wenn man heute auf Universitäten, Fachhochschulen und auch in große Organisationen blickt, dann ist dieses Thema noch präsenter als die Distributed Ledger Technologie. Man buhlt um die Wirtschaft mit Wissen der künstlichen Intelligenz. Allein ein in Oberösterreich findet man KI-Projekte auf der JKU Linz, dem Softwarepark Hagenberg, der FH Hagenberg, der FH Wels usw. Die Förderstellen vermelden unzählige Projekte, die sich mit dem Thema der Artificial Intelligence befassen. Und meist ist die Wirtschaft mit eingebunden, was dazu führt, dass viele dieser Projekte auch Marktfähigkeit erlangen werden.

Bis heute ist die künstliche Intelligenz, noch eher wenig wahrnehmbar, bei großen Datenportalen (Google, Amazon, Microsoft,…) und Serverportalen im Einsatz. Man spürt sie manchmal bei Chatbots oder Übersetzungsprogrammen und unterbewusst, bei Werbeeinblendungen. Wir als Konsumenten bekommen es aber eher nur beiläufig mit. In Wahrheit ist sie aber im Alltag angekommen.

Künstliche Intelligenz ist rechenintensiv. Sie braucht schnelle, leistungsfähige, hoch-performanten Rechensysteme mit speziellen mathematischen Funktionsgruppen, die oft nur in großen Rechenzentren zur Verfügung stehen und nicht auf Microcontrollersystemen in unseren Geräten und Apparaten im Haus. Aber auch hier gibt es nun einen neuen Zunder. Die Hardware-, die Mikroprozessor bzw. Mikrocontrollerhersteller kommen mit neuen Produkten auf den Markt, die es erlauben KI auch auf kleinen, angepassten, sogenannten Embedded-Systemen lauffähig zu machen. Nvidia, Intel, NXP sind die Hersteller, die Ihre Mikrocontrollersysteme, mit GPU (Graphics Processing Unit) und ANN (Artificial Neural Networks) ausstatten und somit ausreichend Rechenleistung zur Verfügung stellen, um Künstliche Intelligenz den Ausbruch aus den Rechenzentren zur Edge, also zu den Häusern und Anlagen vor Ort hin, unterstützen. Die KI wandert zu den Menschen! Gleichzeitig sinken die Preise! Unter 100.- EUR kosten heute Microcontrollersystem mit KI-Funktionsgruppen.

Damit werden Probleme lösbar, Anwendungen machbar, die bis dato nicht denkbar waren. Unzählige Funktionen sind einfach implementierbar, weil als Open Source bereits verfügbar. Die Entwicklung einer KI kann für einfache Funktionen in wenigen Tagen / Wochen durch sein.

Die Basis für eine technologische Explosion ist damit gelegt und die Zündschnur brennt. Autonomes Fahren, automatische Paketzustellung per Drohne, Intelligente Heizungs- und Energiesteuerung, intelligente, personalisierte Steuerung des Hauses (oder der Stadt), durch künstliche Intelligenz unterstützte, medizinische und gesundheitliche Versorgung und durch künstliche Intelligenz um Potenzen gesteigerte Produktivität.

Eine kraftvolle Welt bahnt sich ihren Weg, in der wir uns neu orientieren müssen und die uns, wenn wir es richtig anstellen, ein viel besseres Leben verspricht!